Liebe Gemüsefreunde,

Heute gibt es ein paar Informationen zu Tomaten. Da dieses Thema sehr umfangreich ist, teile ich es in mehrere Posts auf.

Anbau

Tomaten können anhand ihrer Wuchsform eingeteilt werden in die Kategorien Stab- und Buschtomaten.

Gewickelte Tomatenpflanzen

Gewickelte Tomatenpflanzen

Im Produktionsgartenbau baut man vor allem die Stabtomaten an. Diese wachsen theoretisch endlos und können in unseren Breiten bei entsprechender Pflege über 8 m hoch werden. Stabtomaten müssen ausgegeizt werden, das bedeutet die Seitentriebe, sogenannte Geiztriebe, in den Blattachseln werden regelmäßig entfernt. Außerdem wird die Pflanze stabilisiert, damit sie nicht abbricht. Das geschieht häufig durch Seile, die in der Überdachung befestigt sind. An diesen wird die Pflanze entweder mithilfe von Clipps befestigt oder das Seil wird um sie herum gewickelt. Ich wickele unsere Tomatenpflanzen mindestens einmal pro Woche. Sonst werden sie so lang, dass sie abbrechen könnten.

Buschtomaten behalten ihre Geiztriebe. Da sie ein begrenztes und kein endloses Wuchsverhalten zeigen, werden sie nur ca. 1,5 m hoch und müssen nicht angebunden werden. Allerdings empfiehlt es sich die Tomaten an Stäbe zu binden, damit sie nicht umkippen.
Viele Kleingärtner bauen gerne Buschtomaten an, da sie etwas pflegeleichter sind als Stabtomaten.

Die meisten Tomatensorten brauchen eine Überdachung.

Theoretisch sind Tomatenpflanzen mehrjährig, in unseren Breiten erfrieren sie jedoch im Winter oder werden bei zu feuchtem Wetter von Pilzkrankheiten befallen.

Lagerung

Tomaten lagert man am besten an einem kühlen Ort (12 Grad C), aber nicht im Kühlschrank. Denn dort verlieren sie ihr Aroma und können nicht nachreifen. Auch grüne, von der Pflanze abgefallene Früchte reifen noch aus.

Sortenkunde

Es gibt mehrere tausend registrierte Tomatensorten und nochmal ebensoviele unregistrierte. Dieses Jahr bauen wir vier verschiedene Tomatensorten für euch an; drei Stabtomaten und eine Buschtomate:

San Marzano

San Marzano ist eine längliche Flaschentomate mit orangeroten Früchten. Durch ihr festes Fruchtfleisch und die wenigen Kerne eignen sie sich hervorragend für Salate. Klassischerweise werden sie zur Produktion von Ketchup und Tomatenmark verwendet.
Die Früchte können nicht mit Maschinen geerntet werden, da die Pflanzen sehr zart sind. Deshalb war die Sorte vor einigen Jahren vom Aussterben bedroht, bevor sie wiederentdeckt wurde. Heute ist sie aufgrund ihres feinen Geschmacks sehr beliebt.
Leider neigt San Marzano zu Fruchtendfäule (siehe oben)

Roma

Die Roma ist unsere einzige Buschtomate. Die Früchte sind orangerot, länglich bis eiförmig und leicht knubbelig, der Geschmack leicht süßlich.
Durch ihre etwas mehlige Konsistenz lassen sich gut zu Saucen und Suppen verarbeiten. Da sie formstabil sind, machen sie sich auch gut in Salaten. Wie andere Tomaten kann man Romatomaten auch grillen, backen oder schmoren.

Rote Zora

Rote Zora ist gut für den Freilandanbau geeignet. Sie bildet große, langliche, pinkrote Früchte mit mild-süßem Geschmack. Diese sind weich und schwach gerippt. Wie auch die anderen Sorten, eignet sich die Rote Zora sowhl für Salate als auch zum Kochen.

 

Paul Robson

Paul Robson ist eine alte Tomatensorte. Die Früchte sind rund bis oval und recht dunkel, mit eher fester Schale. Am Stielansatz sind sie recht grün, die rote Färbung ist insgesamt eher schwach ausgeprägt. Paul Robson ist dickfleischig und sehr saftig.